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Chronik / Mahnwache 1 - 5

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Inhalt

1. Mahnwache - Montag, 30. August 2010

2. Mahnwache - Montag, 06. September 2010

3. Mahnwache - Montag, 13. September 2010

4. Mahnwache - Montag, 20. September 2010

5. Mahnwache - Montag, 27. September 2010




Montag, 30. August 2010   -   1. Mahnwache vor dem AKW Isar1 in Niederaichbach

Mira, du hattest Recht! Auf dem Weg zur Mahnwache, auf Höhe des Dreifaltigkeitsberges, breitete das Tal die Arme aus. Der Himmel, eine Drohgebärde mit schwärzestem Gewölk. Wie klein das Kraftwerk, es hustete und pustete weiße Riesenwolken. Nie zuvor sah man es so kontrastreich, weiß auf schwarz, schwarz auf weiß. Die Himmelsfarben waren nicht bereit, sich zu vermischen.

Mira, Mira Neumeier, du Verläßlichkeit in Person, das Telefonat, uns fiel ein Stein vom Herzen, du warst wohlauf. (Nur eine Autopanne!)
Der Himmel hatte sich ausgeweint und ein Grüppchen von 20 Personen setzte sich, ohne dich, ein wenig verspätet, in Bewegung.
So stelle ich mir Exekutivgewalt vor, die Beamten waren nett, zuvorkommend und hilfsbereit. Mit ihren Fahrzeugen bildeten sie die Spitze und den Schluß unserer Menschenkette. Gegen 18:15 Uhr waren wir am Tor 13 des AKW Isar1. Der Sekundenzähler bekam immer schnellere Beine, er buchte von der Zeit, als hätte er im Leben was versäumt.

Ein Dank den jungen Damen von ''Antenne Bayern'' und ''Radio Trausnitz'' für ihr Kommen und Bemühen, Worte einzufangen. Keiner, der nicht ins Mikrofon gesprochen hat. Mira, du wirst sehen, tolle Leute waren vor Ort, alle möchten am kommenden Montag wieder dabeisein, um nachhaltig die Abschaltung von Isar1 zu fordern.

In diesem Sinne ein Dankeschön an alle, die uns bei dieser Aktion unterstützt haben.

willi bartlog


KKI - Mahnwache - Radio Trausnitz > Programm > Podcasts


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Montag, 06. September 2010   -   2. Mahnwache vor dem AKW Isar1 in Niederaichbach

Es war ein schönes Gefühl der Verbundenheit und der Ausdrucksstärke, als wir vom Rathaus Niederaichbach losmarschierten, um vor dem Tor 13 des AKW Isar1 unsere 2. Mahnwache abzuhalten. Da mischten sich alte mit neuen Gesichtern. Über 60 Personen habe ich gezählt, die zum Teil bunte Fahnen in den Himmel hielten. Ein bewegender Moment für mich, als sich unserem Trott noch eine junge Familie anschloß. Die Kinder präsentierten stolz ihre Plakatmalerei und ihre Finger hielten fest an dem gebastelten Gestell. Okay, man denkt - Kinder! Sollte man aber nicht den Eltern Respekt zollen, die Zeit opfern, um für eine Sache einzustehen, die sie auch nach außen tragen möchten? Ob mit oder ohne Plakat, in den Augen sieht man das Klammern an der Hoffnung, der kleinen Möglichkeit, vielleicht doch noch den 'unmoralischen' Wahnsinn zu stoppen. Alle wünschen für sich und ihre Kinder eine atomfreie Zukunft.
Man spürt den Grundgedanken derer, die sich outen und die Fahnen ihrer Verbände, Bürgerinitiativen und politischen Parteien zur Schau tragen, sich mit anderen Gruppierungen zu verbünden.
Ob Vertreter von 'SPD' oder 'Bündnis 90 / Die Grünen', ob Mitglieder vom 'Bund Naturschutz', 'BI-Isartal e.V.', 'BüfA', 'PiratenPartei' oder 'Greenpeace', keiner möchte sich profilieren, alle stehen gemeinsam für den Widerstand gegen die Laufzeitverlängerung des alten Kernkraftwerk Isar1 ein.
Fußwippend standen sie da, als Herr Armin Reiseck und Herr Roman Hofbauer auf der Gitarre mit eigenen Songs für einen musikalischen Rahmen  sorgten. Frau Mira Neumeier, Hauptorganisatorin der Mahnwache, unterhielt die Kinder mit einer sprechenden Handpuppe - eine übergroße Ratte.
Nett anzusehen, wie alle in reger, aber leiser Diskussion standen, sich um den "Koffertisch :-) " drängten, um sich in die Unterschriftenlisten der Grünen (Petition an den 'Deutschen Bundestag') einzutragen.
Mein Dank an alle, die sich, in welcher Form auch immer, an der Mahnwache beteiligt haben.

willi bartlog


 Mahnwache 060910    Zur Bildergalerie   ►   hier


Pressemeldung:    Jetzt erst recht vors KKI1          


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Montag, 13.September 2010   -   3. Mahnwache vor dem AKW Isar1 in Niederaichbach

Den ganzen Vormittag nieselte und regnete es. Die Zeichen standen schlecht für eine gutbesuchte Mahnwache, unsere 3. in montäglicher Folge. Bereits am frühen morgen ließ mich das Büro des österreichischen Landesrates Rudi Anschober wissen, dass der Herr Landesrat unsere Einladung angenommen hat und gemeinsam mit uns den Weg vom Rathaus Niederaichbach bis hin zum Tor 13 des Kernkraftwerkes Isar1 gehen wird. Dann überschlugen sich die Ereignisse, neue Nachrichten trafen im Minutentakt ein. Die 'Tagesschau' und 'Bayern 2' hatten sich angekündigt. Die 'Grünen' aus Landshut ließen verlauten, dass sie sich noch stärker als sonst bei der Mahnwache mit uns solidarisch zeigen möchten. Allen voran der Passauer Grünen-Landtagsabgeordnete Eike Hallitzky, sowie der 2. Bürgermeister von Landshut, Dr. Thomas Keyßner und Stadträte. Eine halbe Stunde früher war ich vor Ort, stieg aus dem Wagen und schaute mich weit um. Keine Polizeipräsens, kein Mensch in Sicht. Würde ich noch Rauchen, dann hätte ich mir eine Zigarette angesteckt. Zuerst gesellte sich ein Weithergereister aus Passau zu mir. Dann ging es Schlag auf Schlag. Von allen Seiten trafen Schlechtwettergekleidete ein. Sie ist angekommen, die Mahnwache, beim Wähler, beim Volk. So mein Eindruck. Man sieht es ihnen an, längst ist es ihre persönliche Mahnwache, nicht die der Organisatoren. Und genau so, so war es angedacht. In Gemeinsamkeit wollen wir unseren Unmut nach Berlin tragen und Gehör finden. In einer kurzen, eindrucksvollen Ansprache brachte es der Landesrat in einer Pointe auf den Punkt: "Das sicherste Atomkraftwerk der Welt steht in Österreich, sicher deswegen, weil es nie ans Netz gegangen ist."

Man bedenke, dass das Kernkraftwerk Zwentendorf nach Fertigstellung ca. 1 Milliarde Euro gekostet hat und erst dann durch einen Bürgerentscheid gestoppt wurde. Ich kann raten, dies im Internet auf Wikipedia nachzulesen.

Kernkraftwerk Zwentendorf – Wikipedia

Mein Dank gilt den ca. 100 Leuten, die sich mit viel Herz an der 3. Mahnwache beteiligt haben.   

willi bartlog


Pressemeldung:

RFL - Regional Fernsehen Landshut - Mediathek- Mahnwache gegen Isar 1 mit ober ouml;sterreichischem Umweltminister

Atomkraft: Streit um Reaktor Isar 1 13.09.2010 22:55 | tagesschau.de

Unterstützung für Kernkraftgegner - Radio Trausnitz Nachrichten aus Niederbayern > Aktuell > Regionalnachrichten

Montagsmahnwache vor Kernkraftwerk Isar 1: Widerstand gegen Laufzeitverlängerung wächst | Niederbayern und Oberpfalz | Bayern 1 | BR


 

 

 


 



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Montag, 20. September 2010   -   4. Mahnwache vor dem AKW Isar1 in Niederaichbach

Wow, es hat sich rumgesprochen, die Mahnwache ist in vieler Munde und das, ohne große Werbeanzeigen in den Medien. Mit Sicherheit ist es der Verdienst aller bisherigen Demonstranten, die sich mit viel Herz um das Fortbestehen und Anwachsen dieses friedlichen Protestes eingebracht haben. Ich bin mir sicher, wir ziehen das Ding hier vor Isar1 durch, bis wir mit all den anderen Protestierenden im weiten, schönen Deutschland eine Wende in der undurchsichtigen Atompolitik erreichen werden. Über 300 Leute sind diesmal gekommen. Bei der ersten Mahnwache waren es 16 Personen, das spricht für sich. Den Hut möchte ich vor einem Rollstuhlfahrer ziehen, der sich die Mühe gemacht hat, mit uns vor das Tor 13 des AKWs zu ziehen. Ich habe festgestellt, dass sich immer mehr junge Eltern mit ihren Kleinkindern zu uns gesellen und jugendliche Gruppierungen auch ein Mitspracherecht fordern. Schön, wie sich einige plötzlich aus der Menge hervortaten, um Armin Reiseck und seiner musikalischen Begleiterin bei ihrem Lied "Wir sind doch nicht blöd" tanzend zu unterstützen. Im Namen aller meinen Dank an Armin für diese bühnenreife Eigenkomposition. Andere rollten demonstrativ ein Atomfaß zum Tor 13 und sorgten vorübergehend für einen "Atomalarm". Sicherlich sind auch die, die mit ihren Fahrrädern kommen, keine Neugierigen aus der näheren Umgebung. Immer kreativer gestalten zwei Damen, die von der ersten Stunde dabei waren, ihre Plakate. Kaum zu übersehen, die immer größer werdenden Banner von Greenpeace, Bund Naturschutz und anderen Gruppierungen. Eine politische Abordnung der ÖDP ist erstmals aus dem Raum Straubing zu uns gestoßen und versprach für die Zukunft ein regelmäßiges Kommen. Lange angekündigt - endlich da, der Liedermacher Hans Söllner. Toll, wie er in seiner ganzen Natürlichkeit uns seine Verbundenheit erkennen ließ. Man muß akzeptieren, dass er nicht zur Gitarre griff und es für angebrachter hielt, ein paar Worte zu diesem Atomwahn zu sagen. Es war eine sehr emotional gehaltene Rede, die ihm viel Beifall einbrachte. Dank an Roman Hofbauer, der dieses Zusammenkommen ermöglichte. Gestern noch in Berlin, heute als einfacher Bürger auf der Mahnwache fand der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gambke, klare einfache Worte zum Thema Laufzeitverlängerung von Isar1. Weitere Redner anderer Parteien und Verbände fanden auch genügend Zeit für ein klares Statement zum Atomausstieg. Der gute Geist von der Großdemo in Berlin (18.09.2010) scheint auch hier bei unserer Mahnwache angekommen zu sein, alle Parteien und Organisationen zeigten sich im solidarischen Pakt gegen den drohenden Atombeschluß.

Ich hoffe, dass wir uns alle mit neuer Zuversicht, auf ein baldiges Umdenken der Politiker, bei der nächsten Mahnwache wiedersehen werden.

willi bartlog


Pressemeldung:

RFL - Regional Fernsehen Landshut - Mediathek- Mahnwache gegen AKW Isar 1 mit Hans Soellner

Anti-Atom-Protest in bürgerlichem Gewand

Die Landshuter Zeitung - Nachrichten aus der Heimatzeitung für Stadt und Landkreis Landshut : : Ergoldsbach, Rottenburg an der Laaber, Ergolding, Essenbach : : idowa.de




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Montag, 27. September 2010   -   5. Mahnwache vor dem AKW Isar1 in Niederaichbach

Die Rechnung ist aufgegangen. Drei Personen zählten die Menschen, die vom Rathaus zum Tor 13 des Kraftwerkes marschierten. Dreimal wurden mehr als 400 Menschen gezählt. Man kann sich fragen, woher der große Zuspruch kommen mag. Zur Erinnerung - bei der 1. Mahnwache, am 30. August, kamen 16 Leute. Die Rechnung ist insofern aufgegangen, weil es von den Veranstaltern so angedacht war, eine Plattform, einen Marktplatz zu schaffen, der neutral und im konstruktiven Miteinander gestaltet werden sollte. Ein Ort, ein kleiner '“Speakers’ Corner“, wo jeder zu Wort kommen darf. Alle Parteien sollten das gleiche Recht in Anspruch nehmen dürfen, hier ihre Redner in einer
angemessenen Zeit zu Worte kommen zu lassen. Das gleiche sollte für Verbände, Gruppierungen und Einzelpersonen gelten. Ich glaube, dass das Erfolgsrezept für den starken Mahnwachenzuspruch in der guten Disziplin und im respektvollen Umgang untereinander den Ausschlag gibt. Es spricht sich langsam herum, dass hier eine gute Atmosphäre herrscht, wo jeder seinen Anteil daran verbuchen kann. Es ist egal welche Farbe die Fahne des Nachbarn hat. Jung steht neben Alt, man gruppiert sich nicht, alle bilden eine Einheit und jeder trägt sein persönliches Anliegen im Herzen, das er nach außen transportieren will. Und - es kommt rüber, wie alle für die eine Sache einstehen, nicht mehr mit dem Risiko eines schlimmen atomaren Unfalls leben zu wollen, die von Isar1 für weitere 8 Jahre Laufzeit ausgehen würde. Dafür kämpfen und stehen wir hier. Das ist Bürgerrecht! Und das nutzen wir in friedlicher Form.
Die Rechnung ist aufgegangen - die Worte, die Saat von  Jiddu Krishnamurti  tragen auf den Mahnwachen Früchte.


Ganz gleich, ob wir uns Kommunisten oder Kapitalisten, Hindus oder
Buddhisten, Moslems oder Christen nennen, ob wir blind, gelähmt
oder gesund und glücklich sind - diese Erde ist unsere Erde.
Verstehen Sie das? Es ist unsere Erde, nicht die von irgend jemand
anderem, es ist nicht nur die Erde der Reichen, und sie gehört nicht
nur den mächtigen Herrschern und Grundbesitzern, sondern es ist
unsere Erde, Ihre und meine.

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Hat es auch sie beeindruckt, wie die Jugendgruppe den Anwesenden einen "Die-in" *1 nahebrachte?
Fühlten auch sie sich tief gerührt von den emotional vorgetragenen Gedichten?
Wohlbemerkt, es waren eigene Gedichte junger Menschen, geschaffen in einer Woche.
Prima, Jungs und Mädels von Greenpeace, ihr geht mit einem wahnsinnig guten Beispiel voran. Eure Inszenierung war einfach toll.

Ist ihnen aufgefallen, dass der angekündigte, weithergereiste Besuch aus Nürnberg aus zuschauenden Gästen bestand? Da wollte sich keiner in den Vordergrund stellen und uns ihren Firmenstempel aufsetzen. Das war kein Betriebsausflug von UDI *2. Die Menschen, die im Bus angereist waren, waren in privater Mission, um sich mit uns solidarisch zu zeigen. Einige konnten Zeugnis von dem damaligen Bürgerbegehren um die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf *3 geben. Unser aller Dank geht an die Firmenleitung von UDI, die diese Fahrt ermöglicht und uns somit in dem Glauben gestärkt hat, dass in anderen Regionen des Landes Menschen so denken wie wir. Gerne gebe ich diesen Link weiter: 

: Nein zu Atomkraft


Haben sie auch fußwippend und klatschend dagestanden, als Diana und Armin ihren neuen Song vorstellten? Mein Kommentar: „Das war Spitze!!!"


Kam ihnen auch in erschreckender Weise die Unmutsäußerungen von Anja König (SPD-Vorsitzende/Landshut) und Rosi Steinberger (Bezirksvorsitzende der Grünen in Niederbayern) eindringlich zu Ohren? In ihren Reden mußten sie sich Luft über das Geschehen der Landshuter Kreistagssitzung vom selben Tag verschaffen.
Ein Auszug aus der Landshuter Rundschau:
Rosi Steinberger, 3. Bürgermeisterin von Kumhausen und Kreisrätin kam direkt von der Kreistagssitzung. Vor dem wuchtigen Tor, den 130 Meter hohen Kühlturm wie eine drohende Kulisse hinter sich, berichtet sie mit trotziger Stimme von der Ablehnung eines Antrags eben in dieser Kreistagssitzung. Ähnlich wie der Landshuter und der Vilsbiburger Stadtrat sollte auch der Kreistag gegen eine Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Isar 1 votieren. Der Antrag wurde auf Initiative eines FDP-Kreisrats (Toni Deller) nicht einmal behandelt.  
Auch die Landshuter SPD-Vorsitzende Anja König ergriff das Wort und wetterte gegen die Merkel-Westerwelle-Regierung.


willi bartlog



*1    Die-in – Wikipedia                               

*2    UDI organisiert am 27.09.2010 eine Busfahrt zur Montags-Mahnwache für die Abschaltung von Isar 1

*3    Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf – Wikipedia



Pressemeldung:


LANDSHUTER-RUNDSCHAU.COM: 400 bei der Atom-Mahnwache am Montag vor Isar 1 und 2 - Viele Landshuter dabei


Die Proteste gegen die Verlängerung der Laufzeit des Kernkraftwerks Isar 1 gehen weiter. - Radio Trausnitz Nachrichten aus Niederbayern > Aktuell > Regionalnachrichten



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